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Eine Hochzeit mit Hammer

Eine Hochzeit mit Hammer!

Selbst wenn Leute heiraten, die nicht ausdrücklich gläubig sind, kann man dennoch altes Brauchtum geschickt mit in die Feierlichkeiten einfließen lassen, ohne einen direkten Bezug zu den Göttern herzustellen.

So geschehen vor kurzem in Hessen. Nach der standesamtlichen Vermählung eines jungen Brautpaares unter einer alten Linde wurde dem Paar im Zuge der Brautvaterrede ein Thorshammer in „handlichem Format“ überreicht.

Hierbei handelte es sich um einen hölzernen Zimmermannshammer, in welchen die überlieferten Zauberknoten geschnitzt wurden. Weiterhin wurde der Griff auf ein handlicheres Maß gekürzt und im Nachgang noch einmal komplett beschliffen, damit das Leinöl besser einziehen konnte. Ein paar Tage später bekam der Hammer die schwarze Farbe und die Gravur wurde mit Weiß​​ ausgelegt, womit ein schöner Kontrast entstand.

Als dann in der Rede der Brautvater auf den Hammer zu sprechen kam, wies er darauf hin, dass nach alter Sitte ein Hammer dargebracht wurde und dieser nicht etwa der Vorläufer des Nudelholzes zur Ausübung häuslicher Gewalt, sondern vielmehr als ein Zeichen für Segen, Schutz und Fruchtbarkeit zu verstehen sei.

Außerdem kann er zur Einberufung von irgendwann einmal anstehenden Familienversammlungen genutzt werden und zur Bekräftigung von getroffenen Entscheidungen.

Wie ich aus sicherer Quelle erfuhr, kamen Symbolik und Rede gut an…

Gerald

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