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Die Edda – ein Vortrag

„Die​​ Edda“

Deckblatt einer isländischen Abschrift der Snorra-Edda aus dem Jahr 1666​​ - Codex Regius

 

 

 

 

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Bedeutung des Namens

„Bók thessi heitir Edda. … Dieses Buch heißt Edda. Snorri Sturluson hat es auf die Art zusammengestellt, die hier eingerichtet ist. Zuerst von den Asen und Ymir, danach die Sprache der Dichtkunst und die Benennung vieler Dinge, schließlich das Verzeichnis der Versarten, das Snorri für König Hakon und Herzog Skuli gedichtet hat.“

Es ist nicht eindeutig geklärt, was der Name Edda im Zusammenhang mit der Gedichts- und Liedersammlung bedeutet. In jedem Fall heißt Edda soviel wie Urgroßmutter oder Ältermutter. ​​ Dann wäre es eine Art Urmutter der Poesie. Manche erklären es auch mit „eheda“ oder als Ableitung von „Oddi“ (Landgut des Saemund auf Island). Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Deutungsversuchen, unter anderem von „edo“ – ich verkünde oder die Herleitung von altnordischen „ódhr“, was letztlich „Buch der Dichtung“ heißen müsste.

 

 

 

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Was ist „die Edda“?

Die Edda ist eigentlich nicht ein Buch, sondern verschiedene Werke mit Götter- und Heldengedichten und -liedern, die im 13. und vermutlich auch schon im 12. Jahrhundert auf Island niedergeschrieben wurden – hauptsächlich die Snorra-Edda und die Lieder-Edda.​​ 

Manchmal wurden den Werken auch andere Namen gegeben, wie z B. Prosa-Edda (Codex Upsaliensis auch Upsalabók) und Saemund-Edda (Codex Regius, auch Koningsbók). Letztere wurde vom Finder, dem Bischof Brynjólfur Sveinsson in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts an den dänischen König für die Staatsbibliothek gesandt.​​ 

Darüber hinaus gibt es übrigens eine weitere Anzahl von Codices mit hohen Übereinstimmungen (Am bedeutendsten hiervon der Codex Wormianus). In jedem Fall sind in meinen Augen sämtliche Bezeichnungen lediglich zur Klassifizierung gedacht und entbehren einer absoluten Abgrenzung, da in der Prosa-Edda Lieder enthalten sind und in der Lieder-Edda auch Prosa enthalten ist. Die Prosa-Edda nannte man auch jüngere Edda und die Lieder-Edda wurde ältere Edda genannt, weil man eine Zeit lang annahm, dass letztere von Saemundur Sigfusson (im 12. Jahrhundert) aufgeschrieben wurde und sich Snorri Sturlusson bei seinen Aufzeichnungen etwa ein Jahrhundert später darauf bezogen haben musste. Tatsächlich sind die Autoren dieses früher als Lieder-Edda bezeichneten Werkes unbekannt. Später fand man heraus, dass es sich bei dem Codex Upsaliensis um Aufzeichnungen nach Snorri handelt und man eigentlich weder von älter und jünger sprechen kann. Die Aufzeichnungen nach Snorri sind im Codex Upsaliensis aber die älteren.​​ 

Die Kinder brauchten halt einfach Namen. Und die braucht man nicht ganz genau zu nehmen. Die vormals gängigen Bezeichnungen „jünger, älter, Saemund, Prosa- und Lieder“ werden aus dem Grunde in der Wissenschaft heutzutage eigentlich gar nicht mehr verwendet. Wichtig für uns Laien ist halt zu wissen, dass es viele Aufzeichnungen gibt und die Zusammenfassungen hieraus „die Edda“ ist.

 

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