Mittsommer 2020 im Langhus – Nachlese

​​ Mittsommer im Langhus 2020​​ mal etwas anders,​​ von Gerald (einschl. Bilder)

 ​​ ​​ ​​ ​​​​ Schon seit ein paar Wochen lag ein süßlich-schwerer Duft in der Luft, der Geruch nach Mittsommer, nach Freude, nach Feierlichkeiten. Ja, der Holunder blüht an allen Ecken und Enden, auch an unseren Ritualplätzen und verströmt seinen Duft. An den Wegen, auf den Feldern: Mohn, Kamille, Schafgarbe und Johanniskraut, um nur einige Blumen bzw. Kräuter zu nennen.

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Bild oben: Mohn und Kamille am Wegesrand

 ​​ ​​ ​​ ​​​​ Bereits Anfang des Jahres hatte ich damit angefangen, einen neuen Blótplatz anzulegen, der ein wenig näher am Haus war, da ich nach einem folgenschweren Ereignis nicht mehr so beweglich war und mich nur langsam erholte. Glücklicherweise waren wir ritualtechnisch so gut eingespielt und erfahren, dass die Ritualpraxis nicht brachliegen musste. Besonders Patrick hatte sich eingesetzt und die Sache am Laufen gehalten.

 ​​ ​​ ​​ ​​​​ Nun kam ich langsam wieder in die Gänge und mochte, da die ritualtechnischen Grundlagen ja schon fast „zementiert“ sind, diese gerne vereinfachen und etwas Wesentliches für jeden einzeln zu Hause anwendbar machen, indem ich eine Weltenbaumreise und deren „technische Grundlagen“ mit einbaute. Zu diesem Zweck hatte ich für jeden einen nach Osten ausgerichteten Haselstecken geschnitten und mit Runen bzw. Symbolen für die Reise, den Schutz und eine sichere Wiederkehr eingeritzt, den alle mit nach Hause nehmen konnten, um ihn dort für die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

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Bild oben links; „Reisestäbe“ zur Unterstützung für eine kosmologische Reise in den Weltenbaum, oben rechts: Coronagerechte Ritualplatzeinrichtung, diesmal mit Sitzplätzen für die Geistreise,​​ 

 ​​ ​​ ​​ ​​​​ Nachdem vieles vorbereitet war, trafen wir uns am Samstag, den 20.06. gegen sechs, sieben Uhr abends und richteten noch gemütlich den Rest her, besprachen den Ablauf un9d nach mehreren Ruheeinlagen ging’s bei gutem Tagesrestlicht los.

 ​​ ​​ ​​ ​​​​ Nach einer Räucherung und dem Wegespruch (zur Entkoppelung vom Alltag und Einstimmung auf das bevorstehende Ereignis) gingen wir zum Blótplatz, umrundeten ihn im Sonnenlauf (Uhrzeigersinn), kehrten ein und betraten ihn so entgegen dem Sonnenlauf und verteilten uns auf unsere Plätze.​​ 

 ​​ ​​ ​​ ​​​​ Als erstes wurde der Erde ein Trankopfer dargebracht und dann der Gott Donar um Schutz angerufen. Hiernach entzündeten wir das Feuer und luden die Götter, Ahnen, das kleine Volk und die verschiedenen Kräfte und Mächte ein, gemeinsam mit uns dies Fest zu feiern.

 ​​ ​​ ​​ ​​​​ Gemeinsam verzehrten wir nun etwas Ritualgebäck und blóteten unsere Gaben und drei gesegnete Getränke aus jeweils eigenen, kleinen Hörnern, da wir das große Gemeinschaftshorn für das Trankopfer wegen der allgemeinen Corona-Beschränkungen nicht ruhigen Gewissens verwenden wollten.

 ​​ ​​ ​​ ​​​​ Die Reise in den Weltenbaum wurde mit einstimmenden Übungen begonnen und nahm dann ihren Lauf: Nach einiger Zeit kamen alle „wohlbehalten wieder zurück“ u.-nd das Mittsommerritual wurde dann abgeschlossen.

 ​​ ​​ ​​ ​​​​ Dann wurde am Langfeuer gegrillt und gemütlich gegessen

Bild oben: Herunterbrennendes Langfeuer

 ​​ ​​ ​​ ​​​​ Allgemein hatten wir festgestellt, das so ein umfangreiches Thema wie eine solche Weltenbaumreise unter diesen Voraussetzungen einen anderen Rahmen benötigt und zu einem gesonderten Zeitpunkt durchgeführt werden sollte. Das kriegen wir wohl hin…😊

Bild oben: Das Langfeuer am Tag danach. Es war weder das Feuer von Mordor noch eine Feuerbestattung, wie man scherzhafterweise vermutete…

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